Schnapsen

Das leichte Spiel Schnapsen (66) dürfte unter allen Kartenspielen das bekannteste sein. Es wird unter zwei Personen gespielt. Wollen sich mehr Spieler daran beteiligen, so bekommen doch nur zwei Karten, aber die übrigen gewinnen mit, obwohl sie untätig sind. Zu diesem Spiel benutzt man die Skat-Karte, aus der man meist die Sieben und Acht jeder Farbe herausnimmt. In jeder Farbe folgen von oben nach unten aufeinander: D, Z, K, O, U, 9 (8, 7). Der Zählwert ist derselbe wie im Skat.

Schnapsen spielen

Zum Gewinn des Spiels gehören hier 66 Augen, die in Stichen hereingebracht oder (zum Teil) "gemeldet" werden müssen. Wer nämlich ein Paar, d. i. König und Ober (Dame) in einer Farbe hat, darf beim Ausspielen 20 melden; ist die Farbe Trumpf, so meldet er 40.

Den einfachen Gewinn des Spiels vermerkt man durch einen Strich. Wer sämtliche Stiche macht, gewinnt drei Striche; zwei Striche - den "Schneider" - gewinnt man, wenn der Gegner weniger als 33 Augen erhalten hat. Da der letzte Stich zehn für sich zählt, kann der Fall eintreten, daß beide Spieler auf 65 Augen kommen. Das Spiel ist dann unentschieden, und der Gewinner des nächsten Spiels erhält einen Strich mehr als sonst.

In einigen Gegenden sichert bei gleich viel Augen der letzte Stich den Gewinn. Gewöhnlich vereinigt man sieben Striche zu einer Partie. Um das Anschreiben zu ersparen, benutzt der eine Spieler eine schwarze und der andere eine rote Sieben, die jeder mit der Bildseite nach oben legt und mit der zugehörigen Acht verdeckt. Für jeden gewonnenen Strich wird dann ein Zeichen der Sieben aufgedeckt.

Wer ein volles Blatt aufdecken kann, bevor der andere überhaupt etwas aufdeckt, gewinnt den doppelten Einsatz. Zum ersten Spiel muß die Karten geben, wer beim Ziehen das höchste Blatt erhält; später gibt immer der Gewinner des durchgeführten Spiels. Nach dem Mischen und Abheben erhält jeder sechs Karten zu drei und drei, wobei der Geber die letzten Blätter jeder Runde bekommt. Die übrigen Karten werden zusammen verdeckt auf den Tisch gelegt.

Die Bestimmung der Trumpffarbe obliegt gewöhnlich dem Kartengeber, der zu diesem Zweck das auf die erste oder die zweite Runde folgende Blatt offen und quer unter die nicht verteilten Karten legt. Wenn der Spieler in der Vorhand die Trumpffarbe bestimmt, so wendet er aus den nicht verteilten Karten ein beliebiges Blatt mit der Bildseite nach oben.

Zum ersten Stiche spielt die Vorhand aus; später muß ausspielen, wer den letzten Stich gemacht hat. Nach jedem Stiche nimmt jeder Spieler von den nicht verteilten Karten ein Blatt auf; dabei erhält der die oberste Karte, wer den letzten Stich gewann. Wer die Trumpf-Neun hat, darf dafür die aufgedeckte höhere Trumpfkarte eintauschen, sofern er vorher schon einen Stich gemacht hat. Dies Eintauschen der höheren Trnmpskarte nennt man Rauben.

Nach dem Aufnehmen der letzten zwei Karten muß man die ausgespielte Farbe bedienen und auch, so lange man es kann, mit einem Blatt von gleicher Farbe oder - in der Fehlfarbe - mit Trumpf überstechen. Solange noch Karten aufgenommen werden, braucht man nicht bedienen. Wer gerade einen Stich gemacht hat, darf decken, d. h. die aufgeworfene Trumpfkarte umkehren und dadurch anzeigen, daß er ohne die noch nicht verteilten Karten 66 Augen erhalten will.

Unmittelbar vor dem Decken kann man nach Belieben mit dem Gegner noch ein Blatt aufnehmen oder nicht. Nach dem Decken muß bedient werden, und mit Trumpf-Neun darf man nicht mehr "rauben". Wer sich "verdeckt" hat, d. h. nach dem Decken nicht auf 66 Augen kommt, verliert mindestens zwei Striche; hatte der Gegner vor dem Decken noch keinen Stich erhalten, so verliert, wer voreilig gedeckt hat, drei Striche.

Wer in seinen Stichen mit Errechnung der gemeldeten 20 oder 40 Punkte die nötigen 66 Punkte zu haben meint und am Ausspielen ist, kann sich jederzeit "aussagen", indem er die Karten verdeckt weglegt und dadurch das Spiel für beendet erklärt. Wer sich dabei so irrt, daß er beim Nachzählen nicht 66 Augen erreicht, verliert zwei Striche.

Im Verlaufe des Spiels darf man nur den letzten Stich nachsehen oder sich zeigen lassen. Jedes gemeldete Paar muß auf Verlangen des Gegners vorgezeigt werden; mit einem Mal darf man immer nur ein Paar melden. Will man nach dem Melden noch weiterspielen, so spielt man ein Blatt von dem Paare aus; gewinnt man schon durch das Melden, so legt man beide Karten des Paares offen hin und erklärt dadurch das Spiel für beendet; es darf dann kein Stich mehr hereingenommen werden.

Schnapsen Spielregeln

Man muß nicht nur die Augen der eigenen, sondern möglichst auch die der fremden Stiche zählen, um im rechten Augenblick stechen, decken, rauben, melden oder sich aussagen zu können.

Wenn der Gegner beinahe gewonnen hat, darf man auch hohe Trümpfe nicht schonen, um durch den eingebrachten Stich den Schneider oder den Schwarzen zu retten.

Das "Rauben" schiebe man möglichst lange hinaus, um den Gegner zu täuschen.

Das Melden ist dann am vorteilhaftesten, wenn man in der Farbe des Paares mit dem Daus oder der Zehn gerade einen Stich gemacht hat, so daß man in den zwei Stichen 30 oder 31 Augen sichert. Hat man nach dem Decken oder dem Ausnehmen der letzten Karten nur die zwei Meldekarten aus einer Farbe, so suche man möglichst bald einen Stich zu machen, damit man melden kann, bevor man mit einem Blatt des Paares bedienen muß.

Wer in der Hinterhand unter seinen ersten sechs Kartten weder den König noch die Dame in Trumpf hat, nehme möglichst den ersten Stich, damit er nicht "schwarz" wird, wenn der Gegner vielleicht 40 in Trumpf meldet.

Hohe Zählkarten bringe man bald in die eigenen Stiche; man nehme z. B. selbst dann mit der Zehn, wenn auch schon der Unter genügt.

Wenn keiner 20 oder 40 hat melden können, müssen meist alle Karten durchgespielt werden, bevor einer auf 66 Augen kommt; in solchem Falle suche man den letzten Stich, der für sich selbst zehn zählt, zu bekommen.

Man muß stets wissen, welche Karten schon gefallen sind und welche Karten sicher einen Stich machen, damit man im rechten Angenblick decken kann.

Abweichungen vom Schnapsen Spiel

Neben der dargelegten Spielweise des Schnapsen bestehen noch folgende drei Abweichungen:

  1. Es muß der Spieler nach seinem Ermessen die Trumpffarbe bestimmen, der von vornherein Rot-Daus erhält oder später aufnimmt.
  2. Das Recht zur freien Wahl der Trumpffarbe hat, wer ein Paar melden kann. Beim ersten Paar meldet man 20, beim zweiten 40, beim dritten 60 und beim vierten 80, und jedesmal gibt es eine neue Trumpffarbe. Die Paare brauchen nicht bei demselben Spieler zu sitzen. Die in den einzelnen Spielen gewonnenen Augen werden zusammengezählt, bis einer auf 1000 kommt.
  3. Um zu dreien Schnapsen spielen zu können, legt man jede Acht und Sieben heraus und verteilt den ganzen Rest in drei Gängen zu drei, zwei und drei. Die Vorhand sagt nach dem ersten Wurfe den Trumpf an oder läßt durch die aufgedeckt überreichte erste Karte des zweiten Ganges die Trumpffarbe bestimmen. Gewinner ist, wer die meisten Augen herein bekommt; wer unter 33 Augen in seinen Stichen hat, bezahlt doppelt, und wer "schwarz" wird, muß dreifach bezahlen.